WTOpoly Tour - Welthandelstheater tourt durch Deutschland – seit 1.September bis 11.Oktober 2006
WTOpoly Tour 2006 – Wir verspielen die Welt
In 20 Städten wird es laut: Das Welthandels-Aktionstheater „WTOpoly“ kommt auf eure Straßen! AktivistInnen von der BUNDjugend, Attac und anderen Gruppen spielen mit euch um die Welt: Monopoly nach Regeln der Welthandelsorganisation, WTO! Konzerne zinken die Würfel und ziehen Runde für Runde den Ausbeutungsgewinn ein, während der Großteil der Menschen, die Umwelt und die Menschenrechte in der Globalisierungsfalle schmoren. Frei handeln statt frei parken – und das auf Kosten von Umweltschutz, Sozialstandards und Demokatie.
Mit WTOpoly wurde von der BUNDjugend ein Riesenspiel entwickelt, das als Straßentheater die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Regeln der Welthandelsorganisation veranschaulicht. Diesen Sommer informiert die Straßentheater-Aktion auch bei euch vor Ort darüber, wie internationale Handelspolitik funtioniert, wer die Entscheider sind und was ihre Politik mit unserer Umwelt und den Menschen dieser Welt zu tun hat.
Ob als Zuschauer oder als Mitspielerin: Das Spiel bewegt alle Beteiligten und motiviert dazu immer lauter die entscheidende Frage zu stellen: Was geht vor sich, wenn Konzerne mit der WTO gemeinsam unter einem schwarzen Tuch verschwinden? Wenn ein Unternehmen wieder ein Land dank der WTO-Regeln ausgebeutet hat und auch das letzte Grundbedürfnis durch hohe Kosten unerreichbar geworden ist? Dann werden aus Fragen Taten: Die Bevölkerung sieht nicht mehr länger nur zu, sondern setzt sich für die Rechte der Ausgebeuteten und für die Umwelt ein! Dann machen sie die Regeln: demokratisch, ökologisch und sozial!
Die Tour endet am 11.Oktober mit einer Aktion in Berlin. An diesem Tag trifft sich der Allgemeine Rat der WTO und wir sprechen auch dann wieder unsere Forderungen aus. Doch unser Widerstand geht weiter: Am darauf folgenden Wochenende beteiligen wir uns an den Aktionstagen der Welthandelskampagne „Gerechtigkeit Jetzt“ in Köln. Danach könnt ihr das Spiel bei uns ausleihen und wir schicken es euch mit der Post.
Die WTO in der Krise
Diesen Sommer wird es heiß: Die Verhandlungen der aktuellen WTO-Runde sind auf unbestimmt Zeit unterbrochen. Aber klar ist auch: mächtige Interessen wollen, dass es so bald wie möglich weitergeht wie bisher. Die Frage liegt auf dem Tisch: wohin soll sich das Welthandelssystem bewegen – mehr Freihandel und damit mehr Vorteile für große Konzerne oder Rücksichtnahme auf die Menschen und deren Rechte auf Nahrung, Wasser und eine lebenswerte Umwelt? Wer hat das eigentlich zu entscheiden, und warum werden wir nicht gefragt?Unsere Antwort
Während in Genf – dort ist der Sitz der WTO – diskutiert und mit allen Mitteln gefeilscht wird, um der WTO wieder auf die Beine zu helfen, sitzen wir nicht herum und warten ab, was wohl geschieht – wir mischen uns ein und sagen unsere Meinung!Wir fordern:
- Den Ausverkauf der Erde sofort stoppen, es darf nicht alles zur Ware werden!
- Eine Weltwirtschaftsordnung, die die Interessen und Bedürfnisse aller Menschen vertritt und respektiert. Internationale Umwelt-, Menschenrechts- und Sozialabkommen müssen Vorrang vor WTO-Recht haben!
- Zugang zu Nahrung für alle! Kein Agrarabkommen in der WTO!
- Keine Privatisierung von Menschenrechten (Wasser, Gesundheit, Bildung,...) im Dienstleistungsabkommen GATS!
- Keine weiteren Verhandlungen, ohne dass die Auswirkungen der WTO-Politik auf Mensch und Natur geklärt sind!
Mit der WTOpoly Tour möchten wir das Thema ganz vielen Menschen näherbringen, sie einladen sich zu informieren und einmal nachzufragen, was dort bei der WTO eigentlich gespielt wird. JedeR kann gleich vor Ort aktiv werden und eine Protestpostkarte an die lokalen Bundestagsabgeordneten senden. Damit wollen wir daran erinnern, dass ein Parlament den Auftrag hat sich für unsere Interessen einzusetzen und die Abgeordneten auffordern, das Spielfeld nicht Konzernlobbyisten zu überlassen!
Zur aktuellen Situation in der WTO: EED (Hrsg.): Nach dem Scheitern. Die Doha-Runde zwischen Intensivstation und Krematorium. Bonn, August 2006.Dieser Artikel wurde zuletzt geändert am 05.09.2006.










